Matthias Sowa im Interview mit seinen Azubis

Matthias Sowa im Interview mit unseren Azubis

Es ist genau 25 Jahre her, dass H.K.S. 7 Geschäftsführer Matthias Sowa seine erste Werbeagentur und damit eine Vorläufer-Agentur von H.K.S. 7 gründete. Anlässlich seines Jubiläums stellt er sich seinen Azubis zum Interview und berichtet über Green Marketing.

 

25 Jahre, das ist eine lange Zeit.

Woher stammte die Idee, H.K.S. 7 zu gründen?

Nach meiner Ausbildung habe ich in einigen Agenturen als Grafiker gearbeitet. In meiner Heimatstadt gab es wenige Agenturen, in denen ich mich hätte weiterentwickeln können. Die Agenturstadt war damals Düsseldorf. Meine Erfahrungen waren dort eher durchwachsen. Ein Haifischbecken mit Selbstdarstellern und Egomanen, auf das ich dann keine Lust hatte. 1991 habe ich meine erste Agentur gegründet, die heute noch existiert. 1998 gründete ich die Werbeagentur InterFACE mit einer anderen Ausrichtung, die dann 2002 mit der CBK Werbeagentur zur H.K.S. 7 Werbeagentur fusionierte.

 

Wenn man so zurück denkt, wie waren die letzten 25 Jahre für dich?

Sie vergingen sehr schnell und nach den ersten, auch mal schweren, Jahren habe ich es genossen mein eigener Herr zu sein. Spannend dazu ist die Entwicklung in der Werbung – ich habe den Weg vom Tuschefüller über DTP bis zur Google-Ad mitgemacht.

 

Was meinst du, wo stehen wir heute in einem Jahr?

Wir haben 2016 den Umbau der Agentur zur Green Marketing Agentur begonnen. Ich denke bis dahin werden wir diesen Prozess längst abgeschlossen und den neuen Shop für die gruene-werbung.eu online haben. Das sind wichtige Schritte mit denen wir sehr positiv in die Zukunft schauen können.

 

Gibt es etwas, was du in der Agentur vermisst?

Ein Schlagzeug, aber das will ich euch nicht antun.

 

Ohne Mitarbeiter funktioniert kein Geschäft. Wie beschreibst du das aktuelle Team?

Wir haben inzwischen ein homogenes Team, wobei der Nachwuchs natürlich noch in seine Rolle reinwachsen muss. Wir haben ganz bewusst mehr Azubis als sonst eingestellt um die Bereiche Online-Marketing und Social-Media weiter auszubauen.

 

Beschreibe unser Team mit einem Wort.

Wunderbar!

 

Welches Motto ist für die diesjährige Weihnachtsfeier angesagt?

Wir haben ja schon viel Spaß bei der Arbeit, deshalb einfach Party.

 

Hattest du mal lange Haare? Foto!

Ja, ich hatte mal für eine Zeit lange Haare. Zum 36. Geburtstag kamen die ab.

Matthias Sowa mit langen Haaren

 

Stell dir mal vor, du bist für eine Woche König von Deutschland. Was würdest du ändern?

Vieles. Alles würde jetzt auch den Rahmen sprengen. Deutschland ist ein Land von Egoisten geworden, es zählt nur noch das eigene Fortkommen. Wer nicht stark genug ist, kommt nicht mit. Jedenfalls ist die Schere zwischen Arm und Reich zu groß. Die Bildungschancen für Kinder einkommensschwacher Familien sind zu schlecht. Wir haben grade in Deutschland sehr großen Nachholbedarf, das gilt auch für den Bereich Integration. Hier hätte ich die Milliarden für die Bankenrettung anders ausgegeben.

Ausserdem finde ich es unglaublich, wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit durch die Interessen von Großkonzernen ausgebremst werden. Deutschland verhinderte lange schärfere Abgas-Bestimmungen in der EU. Das immer mit dem Totschlagargument, dass deutsche Arbeitsplätze auf dem Spiel stünden. Dass aber die Abgasbetrügerei nachhaltig unser ‚Made in Germany‘ beschädigt und damit Arbeitsplätze gefährdet sind, sieht unsere Regierung nicht ein.

Kurz gesagt: König Matthias würde das Lobbyistentum abschaffen.

 

Besitzt du übersinnliche Fähigkeiten?

Ja, kann Computer und Drucker durch Handauflegen heilen.

 

Bist du ein Frühaufsteher oder eher ein Morgenmuffel?

Bin früh muffelig 😉

 

Stell dir vor du würdest eines Tages im Körper von Manuel Neuer aufwachen. Was würdest du tun?

Ich würde mich voller Demut als zweiter Torwart bei Schalke bewerben. Ralle Fährmann ist eh besser.

 

Wie man seinen Kaffee trinkt, erzählt ja viel über eine Person. Trinkst du ihn Schwarz, mit Zucker oder Milch?

Mattschwarz

 

In 25 Jahren hast du ja schon einiges gesehen und erlebt, doch welches Erlebnis bringt dich bis heute zum schmunzeln wenn du mal zurückblickst?

In den 25 Jahren sind mir ganz viele schräge Typen untergekommen. Ich kann mich an einen Agenturchef erinnern, der immer in der 3. Person sprach oder einen Kunden, der auf die Frage nach einem Vorschuss, ein Geldbündel aus der Jogginghose zog und mir lässig fünf Tausendmarkscheine mit dem Kommentar „Quittung gibste mir später“ in die Hand drückte.

 

Es ist ein großer Teil von uns, wir lieben es, wir machen es gerne. Also: Was ist dein Lieblings-Essen?

Ich liebe gutes Essen und koche sehr gerne. Aber die einfachen Sachen sind nicht zu toppen: Frikadellen mit Bratkartoffeln und Kopfsalat.

 

Wie schaffst du es immer wieder, in dem ganzen Trubel noch kreative Ideen zu finden?

Meine Ideen habe ich nicht grade am Schreibtisch. Wenn du eine Agentur leitest, hast du sehr viel mit dem Alltagsgeschäft und Verwaltung zu tun.Sobald ich Ruhe habe und abschalten kann, kann ich meinen Focus auf Kreativität umstellen. Wobei Kreativität für mich sehr viel mit Humor zu tun hat und den verliere ich nur selten. Wenn es mal ganz klemmt, reicht auch die Erfahrung der letzten 25 Jahre aus. Es gibt viele Techniken und Wege gute Ideen zu produzieren. Dazu habe ich ja auch noch ein klasse Team, das mich immer wieder inspiriert.

 

Bist du ein Umweltfreund?

Definitiv, aber ich bin zu Beispiel kein Veganer. Ich finde es durchaus legitim in Maßen Tiere zu essen, wenn diese würdig und fair gehalten wurden.

 

Wie kam es zum Konzept ‚Green Marketing‘?

Marketing ist längst im Bereich der Tiefenpsychologie und im Hightech angekommen. Marketing kann den Verbraucher soweit manipulieren, dass er Dinge kauft, die er nicht wirklich gebrauchen kann oder einfach nicht das halten, was die Werbung verspricht. Ist das nachhaltig? Ist unbegrenztes Wachstum im Angesicht von Müllbergen erstrebenswert? Ich glaube nicht und ich bin mir sicher, dass es die Verbraucher übel nehmen werden, wenn sie bemerken, dass sie hinters Licht geführt oder manipuliert worden sind. Der Verbraucher will mündig werden und wir wollen das mit Green Marketing, oder eigentlich Green Content Marketing unterstützen. Das bedeutet, dass wir eine aufrichtige und transparente Kommunikations-Plattform für Anbieter und Verbraucher schaffen, die als letzte Konsequenz zu sinnvollen und bedarfsgerechten Produkten und Dienstleistungen führt. Das bedeutet aber nicht, dass wir ohne Adwords, Remarketing und SEO auskommen. Es ist die Frage wie weit das auf die Spitze getrieben wird.

 

Hast du schon den Test zum ‚Ökologischen Fussabdruck‘ gemacht? Und würdest du daraufhin versuchen, ein paar Sachen für dich zu ändern?

Den Test habe ich noch nicht gemacht, aber ich habe allein schon wegen der vielen Kilometer, die ich mit dem Auto fahre keinen guten Eindruck von mir. Ich versuche das in anderen Bereichen zu kompensieren, aber wahrscheinlich nicht mit dem Erfolg, den ich gerne hätte.

 

Warum können alle Unternehmen oder Großkonzerne umweltfreundlich sein? Widerspricht sich das nicht ab und an mal, z.B.: wie bei einem Automobilkonzern, dass nur auf schnelle Lifestyle Autos setzt?

Alle Konzerne können umweltfreundlich sein, wenn sie es wirklich wollen. Die Einsicht und der Wille sind hier entscheidend. Es gibt einige gute Beispiele, die oft mit kleinen Schritten voran gehen. Viele Konzerne haben noch nicht verstanden, dass sie nur eine Chance haben dauerhaft zu überstehen, wenn sie nachhaltig, ökologisch handeln. Sehen wir hier den Abgas-Skandal wieder als Musterbeispiel für kurzsichtiges Management und Marketing. Anstatt weitsichtig zu investieren, werden Milliarden in alte Antriebstechniken investiert. Gleichzeitig verliert Deutschland den Anschluss. Japan, Korea, USA und selbst China sind uns da voraus. Ich denke grade an Fahrzeuge mit Brennstoffzellen und E-Motoren, die wirklich innovativ sind. Sicher funktioniert Marketing der Automobilkonzerne noch zum Teil und es gibt leider noch genug Abnehmer für PS-Monster, die diese Sta(u)tussymbole kaufen. Zu Glück gibt es den Trend, dass grade jüngere Konsumenten auf diese Statussymbole verzichten und sich nicht mit einem Auto belasten wollen.

Dazu gibt es noch Konzerne, die wir niemals bedienen würden, weil sie Symbole für Ausbeutung und Zerstörung der Natur sind, z.B. Gentechnik oder Waffen.

 

Der ‚Sprout – Ein Stift, der wächst‘ ist schon seit Geburt unseres Grünen Werbeartikelshops der Bestseller schlecht hin. Welchen Werbeartikel würdest du unseren Kunden und Interessenten noch empfehlen?

Der Sprout ist ein klasse Produkt, weil er nützlich ist und ein Symbol gegen die Wegwerfgesellschaft ist. Ich mag auch unsere Klassiker sehr gern. Fair gehandelte Tragetaschen aus Bio-Baumwolle, sind einfach nützlich und ein wunderbarer Werbeträger. Sie erhalten gleichzeitig gute Jobs in der dritten Welt.

 

Ein Schlusswort für uns und die restliche Welt?

Seid Achtsam.